Logbuch-Frage 28.09.2018:
Würden Sie gerne Ihr eigener Chef sein wollen?

Die Veränderungs-Lotsin: Logbuch - Logbuch-Frage der Woche am 28.09.2018: "Würden Sie gerne Ihr eigener Chef sein wollen?"

Was war Ihr erster Gedanke, als Sie diese Frage lasen? Ich vermute, dass die allermeisten von Ihnen dabei an die Frage dachten, ob Sie gern selbständig wären. Okay. Also: Wären Sie gern selbständig? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich nahezu jede/r einmal im Laufe des Berufslebens. Gerade, wenn es im Job echt bescheiden läuft, der Chef nervt, die Hierarchien einem wie ein Klotz am Bein vorkommen, man die Kolleginnen und Kollegen vermeintlich oder tatsächlich nicht mehr ertragen kann oder die x-te Bewerbung mal wieder erfolglos war. Wenn der Arbeitsmarkt einem subtil zu verstehen gibt, über- oder unterqualifiziert oder zu alt zu sein. Oder wenn man sich im Job wie ein Pinguin in der Wüste fühlt und sich wünscht, endlich das machen zu können, was einem wirklich liegt.

In die eine Richtung gedacht…

Dann lohnt es sich tatsächlich, die oben gestellte Frage zu stellen und sich – ggf. mit der Unterstützung eines Coaches – zu überlegen, welche Kenntnisse, Fähigkeiten, aber auch Stärken, Motive, Werte und inneren Antreiber Sie haben und welche für eine erfolgreiche Selbständigkeit in Ihrem Wunschprojekt gebraucht werden. Möchten Sie sich allein selbständig machen oder bräuchten Sie für eine zufriedenstellende Arbeit Menschen – also ein Team – um sich herum? Möchten Sie von zu Hause aus arbeiten oder träumen Sie von einem Ladengeschäft … mit allen damit verbundenen Verpflichtungen? Welche Aufgaben können oder wollen Sie an andere delegieren? Wie flexibel müsste, dürfte oder sollte die Selbständigkeit gestaltet sein? Welche Routinen hassen Sie, welche bräuchten Sie und welche erwarten Sie? Wird Ihr Vorhaben von Ihrem Umfeld mitgetragen oder ist mit erheblichem Widerstand durch den/die Partner/in oder die Eltern zu rechnen? Wenn ja, wie weit wollen Sie darauf eingehen und ab welchem Punkt würden Sie Ihr Vorhaben nicht mehr gegen Widerstände durchziehen?

Die Beschäftigung mit der Frage, ob eine Selbständigkeit in Betracht gezogen werden sollte, geht über die Erstellung eines Business-Plans und das Führen von Bankgesprächen zur Finanzierung des Vorhabens weit hinaus. Hören Sie auf die inneren Stimmen, die Sie von der Umsetzung abhalten und prüfen Sie, ob oder auf welche Weise Sie die Zweifel ausräumen können. Dann können Sie die Eingangsfrage, ob Sie gern Ihr eigener Chef sein wollen, mit einem klaren „Ja“ oder „Nein“ beantworten.

… oder in die andere!

Kommen wir aber noch zu einer anderen Interpretation der Fragestellung. Man kann die Frage nämlich auch so verstehen, ob Sie sich selbst als Chef ertragen würden. Wären Sie eher ein helfender oder ein diktatorischer Chef? Können Sie gut erklären oder andere Menschen von Ihren Ideen überzeugen, ohne sie „platt zu bügeln“? Wie schnell werden Sie ungeduldig? Treffen Sie gern allein Entscheidungen oder vergewissern Sie sich stets der Meinung Ihrer Kolleginnen und Kollegen? Denken Sie auch mal daran, andere zu loben oder handeln Sie eher nach dem Motto „Nicht gemeckert ist schon gelobt“? Kurzum: Was für eine Persönlichkeit sind Sie und wie wirkt sich diese auf Ihren Führungsstil aus? Wenn Sie eher gern unabhängig sind, Leistung als etwas sehr Wichtiges betrachten und auch nicht viel Anerkennung brauchen, um zufrieden zu sein, dann kann es durchaus passieren, dass Sie von anderen mit konträren Persönlichkeitsmerkmalen als arroganter Antreiber wahrgenommen werden. Sollten Sie eine Führungskraft sein oder eine Führungsposition anstreben, lohnt es sich, die eigene Arbeitsweise und Haltung zum Thema Führung zu reflektieren. Sich also die Frage zu stellen, ob Sie Ihr eigener Chef sein wollen würden…

Lesen Sie hier, was es mit der „Logbuch-Frage der Woche“ auf sich hat.

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Ich bin fasziniert von Veränderungen, unabhängig davon, ob es sich um große Umbrüche oder kleinere Kurskorrekturen handelt. Mein Leben ist geprägt von Veränderungen: Ich habe sechs allgemeinbildende Schulen besucht, bin zwölfmal umgezogen und habe schon unzählige Jobs gehabt. Freunde und Bekannte meinen, mit mir werde es nie langweilig. Ich reflektiere mich ständig aufs Neue und wenn mir bestimmte Aspekte in meinem Leben nicht mehr passen, werfe ich sie über Bord. Die im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen mit Veränderungsprozessen gebe ich gern an Andere weiter.

Informationen zu meiner Arbeit und meiner Person finden Sie hier.

Die Veränderungs-Lotsin: Portraitfoto Helga Numberger

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