Logbuch-Frage 09.11.2018:
Was würden Sie mit einem Lottogewinn von 10 Millionen Euro machen?

Die Veränderungs-Lotsin: Logbuch - Logbuch-Frage der Woche am 09.11.2018: "Was würden Sie mit einem Lottogewinn von 10 Millionen Euro machen?"

Jetzt spinnt die Numberger völlig! Was soll denn eine solche Frage bitte mit einer beruflichen Neuorientierung, einem Bewusstwerden von Stärken oder Ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben?! – Eine ganze Menge…

Ich hätte Sie auch einfach fragen können, was Ihnen wichtig ist. Oder was Sie machen würden, wenn Sie eine schwere Krankheit überstanden haben. Aber die Frage nach der Verwendung eines Lottogewinns fand ich irgendwie netter.

Ich bin der Überzeugung, dass die Antwort auf diese Frage Sie einer Antwort auf die Frage, was Sie beruflich machen wollen, näherbringt als Sie im ersten Moment glauben mögen.

Beispiel 1…

Stellen Sie sich vor, Ihre Antwort lautet: „Ich würde mir ein Segelboot kaufen, alles hinter mich lassen und die Welt umsegeln. Ich würde mir richtig viel Zeit lassen, die Welt zu entdecken, Land und Leute kennenzulernen und ganz viele Eindrücke zu sammeln.“ Aus dieser Antwort könnte man schließen, dass Sie ein Mensch sind, der neugierig ist auf das, was die Welt zu bieten hat. Dass Sie die Freiheit und Unabhängigkeit lieben. Dass Sie vermutlich auch recht abenteuerlustig sind und wenig Angst vor Veränderungen haben.

Man könnte Ihren Worten auch entnehmen, dass Sie nicht viele Leute um sich herum brauchen. Schließlich ist man bei einer Weltumsegelung manchmal wochenlang auf See und hat nur Kontakt zur Crew – wenn Sie nicht sogar allein segeln wollen würden. Und schließlich würde man auch erkennen, dass Sie nicht viel zum Leben brauchen. Dass Sie genügsam sein können und vielleicht nicht so viel Wert darauf legen, welche Kleidung Sie tragen und welche Gegenstände Sie besitzen. Auf einem Segelboot ist schließlich nicht viel Platz. Selbst auf einer 46-Fuß-Yacht mit 3 Kajüten plus Salon kann man nicht den Hausstand unterbringen, den man zu Hause so im Laufe der Jahre anhäuft.

Das ist doch schon eine ganze Menge, was man einer relativ kurzen Aussage entnehmen könnte.

Beispiel 2…

Ein anderes Beispiel wäre die Antwort: „Ich würde mir ein Haus kaufen, Geld für das Studium meiner Kinder zurücklegen und einen höheren Betrag spenden.“ Aha, sie scheinen den Wunsch nach Sicherheit zu haben. Das Haus soll Ihnen auch im Alter ein Dach über dem Kopf bieten. Sie scheinen außerdem ein Familienmensch zu sein, dem die Zukunft der Kinder sehr am Herzen liegt.

Weiterhin könnte Ihnen wichtig sein, dass Sie einen gewissen gesellschaftlichen Status haben, denn Sie wollen das Geld ja für das ‚Studium der Kinder‘ zurücklegen. Und Ihre Antwort macht deutlich, dass Sie einen gewissen Idealismus haben, denn Sie möchten andere durch eine Spende an Ihrem Glück teilhaben lassen.

Und was hat das jetzt mit dem Job zu tun?

Nun ja, in den oben beschriebenen Schlussfolgerungen finden sich ganz viele Hinweise auf Motive und Werte, die man auf alle Bereiche des Lebens übertragen kann. Wenn Sie gerne frei und unabhängig sein möchten, werden Sie sich in einer streng hierarchisch gegliederten Behörde kaum wohl fühlen. Wenn Sie eigentlich ganz gut allein sein können, bereitet Ihnen das tägliche Arbeiten in einem Großraumbüro vermutlich Stress. Und wenn Sie ein großes Bedürfnis nach Sicherheit haben, werden Sie sich eventuell zweimal überlegen, ob Sie sich selbständig machen sollten.

Manchmal bringen einen auf den ersten Blick banal erscheinende Fragen beim längeren Nachdenken auf die richtige Spur. Denn die Antworten auf solche Fragen fallen häufig leichter als auf philosophisch anmutende Fragen wie „Was ist Ihnen wichtig?“

Schreiben Sie sich also auf, was Sie mit einem Lottogewinn machen würden und überlegen sich dann, welche Werte, Motive und Bedürfnisse hinter dieser Antwort stecken. Im nächsten Schritt können Sie dann analysieren, was davon im Alltag zu kurz kommt und wie Sie etwas ändern können.

Lesen Sie hier, was es mit der „Logbuch-Frage der Woche“ auf sich hat.

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Ich bin fasziniert von Veränderungen, unabhängig davon, ob es sich um große Umbrüche oder kleinere Kurskorrekturen handelt. Mein Leben ist geprägt von Veränderungen: Ich habe sechs allgemeinbildende Schulen besucht, bin zwölfmal umgezogen und habe schon unzählige Jobs gehabt. Freunde und Bekannte meinen, mit mir werde es nie langweilig. Ich reflektiere mich ständig aufs Neue und wenn mir bestimmte Aspekte in meinem Leben nicht mehr passen, werfe ich sie über Bord. Die im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen mit Veränderungsprozessen gebe ich gern an Andere weiter.

Informationen zu meiner Arbeit und meiner Person finden Sie hier.

Die Veränderungs-Lotsin: Portraitfoto Helga Numberger

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